Eisenbahn-Batterie 710

 

Die Eisenbahn-Batterie 710 wurde am 8. September 1939 im Wehrkreis IV mit zwei 28-cm Kanonen (E) 5 aufgestellt. Im Dezember 1939 lag die Batterie südlich von Eilendorf bei Aachen. Die Batterie war in der Lage, aus ihren Stellungen Maastricht und Lüttich zu beschießen Während des Westfeldzuges war die Batterie dem XXIII. Armeekorps bei der 16. Armee zugeteilt. Nach dem Westfeldzug wurde die Batterie im Küstenschutz eingesetzt. Der Stellungsbereich der Batterie lag in Calais zwischen dem Hafen und der Zitadelle. Erstmals schoß die Batterie von hier aus am 28. August 1940 gegen ein Ziel in Südengland. 1941 verlegte die Batterie ihre Stellung nach Nieulay am Westrand von Calais. Die Stellung war stark verbunkert. Im Mai 1943 wurden der Batterie zur Verstärkung der Bewaffnung vier 15,5-cm s.F.H. (f) zugeteilt. Nach dem Beginn der alliierten Invasion in der Normandie am 6. Juni 1944 beschoss die Batterie unter dem Kommando des Eisenbahn-Artillerie-Abteilungs-Stab (mot) z.b.V. 702 von Juni bis einschl. August 1944 Ziele in England (Dover, Folkstone und Rausgall). Nach dem erfolgten Ausbruch der Alliierten aus der Normandie versuchte die Abteilung ab dem 3. September 1944, mit den ihr unterstellten Batterien in den Raum Brügge - Gent zu verlegen. Von der Eisenbahn-Batterie 710 verblieb ein Geschütz in der Festung Calais. Anschließend sollte bei Antwerpen das rechte Schelde-Ufer erreicht werden. Infolge des alliierten Vormarsches war es jedoch nicht möglich, die Schelde mit den Geschützen zu überqueren, so dass alle Geschütze der Batterien (Eisenbahn-Artillerie-Batterie 701 (21-cm-Kanone 12 (E)), 710 (28-cm-Kanone 5 (E)) 713 (28-cm-Kanone 5 (E) am 4. September 1944 bei Antwerpen gesprengt werden mußten.  Die verbliebenen Reste marschierten nach Rügenwalde und wurden dort für die Aufstellung der Heeres-Artillerie-Brigaden (mot) 388 und 766 verwandt.

 

 

Literatur und Quellen:

Uwe Kleinert: Organisationsgeschichte der deutschen Heeresartillerie im II. Weltkrieg - Band 3, Eigenverlag 2016

Wolfgang Gückelhorn / Detlev Paul: Eisenbahnartillerie: Einsatzgeschichte der deutschen Eisenbahnartillerie im Westen 1940 - 1945 - Eine Dokumentation. Helios-Verlag 2014