von Briesen, Kurd Alfred Otto Erimar

 

* 3. Mai 1886, Anklam

† 20. November 1941, bei Andrejewka (gefallen)

Kurt von Briesen war der Sohn des späteren Generals der Infanterie Alfred Arthur Constantin von Briesen und dessen fast zwei Jahre ältere Ehefrau Olga Maria, geborene von Kleist, die seit dem 12. September 1880 von Otto von Schwerdtner verwitwet war. Er trat am 16. September 1904 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 nach Berlin. Am 27. Januar 1906 wurde er bei diesem zum Leutnant befördert. Das Patent wurde dabei auf den 21. Juli 1904 datiert. Ab dem 1. Oktober 1910 wurde er zum Adjutant vom Füsilier-Bataillon des Kaiser-Franz-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 ernannt. Am 19. Juli 1913 zum Oberleutnant befördert, wurde er am 1. Oktober 1913 zur Kriegsakademie kommandiert. Sein Sohn Kurt Anklam von Briesen wurde am 6. März 1914 in Berlin geboren. Bei der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg wurde der Lehrgang aufgelöst. Er wurde dafür am 1. August 1914 zum Regimentsadjutant des Reserve-Infanterie-Regiments 15 ernannt. Bereits am 23. August 1914 wurde er verwundet und in ein Lazarett eingeliefert. Am 28. Oktober 1914 wurde er zum Adjutant der 26. Reserve-Infanterie-Brigade ernannt. Sein Vater starb am 12. November 1914 im Alter von 65 Jahren. Am 27. Januar 1915 wurde er zum Hauptmann befördert. Er heiratete am 5. Mai 1915 die nicht einmal ein Jahr jüngere Charlotte Huberta von Gynz-Rekowski, Tochter des Oberstleutnant und Hofmarschall Franz von Gynz-Rekowski, in Berlin-Wilmersdorf. 1916 wurde er in den Generalstab des IV. Armeekorps versetzt. Im September 1916 wurde er gleichzeitig in den Generalstab der Armee versetzt. 1918 wurde er 1. Generalstabs-Offizier der 239. Infanterie-Division. Im Ersten Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch andere Auszeichnungen verliehen. Im Januar 1919 wurde Hauptmann von Briesen Kommandeur des Freiwilligen-Bataillons 52. Drei Monate später wurde er als 1. Generalstabsoffizier (Ia) im Generalstab beim Wehrkreiskommando II eingesetzt. Am 9. März 1920 wurde er mit Wirkung zum 31. März 1920 aus der Armee verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter eines Major verliehen. Am 1. Mai 1922 fand er eine Anstellung beim L-Dienst des Wehrkreises II. Dort wurde er mit der Organisation des Grenzschutz in Pommern betraut. Am 1. April 1934 wurde er als Oberstleutnant wieder in die Reichswehr übernommen. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Februar 1932 festgelegt. Als solcher wurde er jetzt zum Kommandant von Neu-Stettin ernannt. Am 1. Mai 1934 wurde er zum Oberst befördert. Am 15. Oktober 1935 wurde er nach der Erweiterung der Reichswehr zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 69 in Hamburg ernannt. Am 1. August 1937 folgte seine Beförderung zum Generalmajor. Er wohnte damals privat in der Schlageter-Straße in Hamburg-Wandsbek und hatte dort die Telefonnummer 287091. Am 4. Februar 1938 wurde er im Zuge der Blomberg-Fritsch-Affäre zum Kommandeur der 30. Infanterie-Division in Lübeck ernannt. Er wurde im Juli 1939 von Generalmajor Franz Böhme vertreten. Eigentlich sollte er laut Verfügung vom 30. Juni 1939 Kommandeur der 34. Infanterie-Division werden, was aber am 19. Juli 1939 wieder aufgehoben wurde. Am 27. August 1939 wurde er zum Generalleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. August 1939 festgelegt. Er führte die Division im Sommer 1939 in den Polenfeldzug. Dort wurde er am 10. September 1939 verwundet. Ihm wurden beide Eisernen Kreuze verliehen. Am 27. Oktober 1939 wurde ihm auch noch das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Frühjahr 1940 führte er die 30. Infanterie-Division in den Westfeldzug. Am 1. August 1940 wurde er zum General der Infanterie befördert. Am 25. November 1940 gab er sein Kommando ab. Dafür wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom Generalkommado LII. Armeekorps ernannt. Zum Sommerbeginn 1941 führte er das Generalkommando im Ostfeldzug beim Angriff auf Südrussland. Am 20. November 1941 ist er an der Front gefallen. Er ist 3 Kilometer südöstlich von Andrejewka einer Bombenexplosion bei einem Fliegrtiefangriff zum Opfer gefallen. Am 22. November 1941 wurde er namentlich im Wehrmachtsbericht genannt: "Am 20. November 1941 fiel in den Kämpfen an der Ostfront der kommandierende General eines Armeekorps General der Infanterie von Briesen." Er wurde auf dem Friedhof des Zentral-Zivilkrankenhauses Poltawa in der Schewtschenkeostraße beerdigt.

Aus der am 11. April 1882 in Köslin geschlossenen Ehe seiner Eltern hatte er auch noch mindestens einen Bruder:
Sein Bruder war der 1882 in Anklam geborene Leopold Alfred Albert von Briesen. Dieser wurde Landwirt und heiratete die etwa drei Jahre ältere Elsa Anna Helene Mattersdorf. Er ist als Offizier-Stellvertreter der 2. Ersatz-Batterie vom Feldartillerie-Regiment Nr. 54 am 16. Februar 1915 vor Kolno gefallen. Seine Witwe wohnte danach in der 1. Etage der Elisabtehstraße 32 in Lichterfelde und heiratete am 7. Oktober 1920 den Landwirt Bruno Adolf Münzenberger in Berlin-Lichterfelde. Diese Ehe wurde durch das am 4. September 1928 rechtskräftig gewordene Urteil vom Landgericht Berlin II wieder geschieden. Sie nahm daraufhin wieder den Familiennamen von Briesen an und lebte noch bei Beginn des 2. Weltkrieges in Berlin.

 

Ritterkreuz (27. Oktober 1939)