Obenaus, Otto Franz August
| * 2. November 1897, Schupbach bei Limburg † 15. Januar 1945, bei Jaslo (vermisst) |
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Otto Obenaus war der Sohn vom kirchlichen Dekan im Ruhestand Otto Obenaus und dessen Ehefrau Frieda, geborene Bender. Er trat 1915 während des 1. Weltkrieges als Fahnenjunker in das Königlich Preußische Heer ein. Er kam dabei zum Ersatztruppenteil vom 1. Rheinisches Pionier-Bataillon Nr. 8 nach Koblenz. Nach einer Art Grundausbildung wurde er zzum aktiven Truppenteil an die Front versetzt. Bei diesem wurde er am 27. Juli 1916 zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 20. Juni 1915 datiert. Am 9. Februar 1917 wurde er zum Adjutant vom Pionier-Bataillon Nr. 125 ernannt. Am 18. Juni 1918 wurde er als Kompanieoffizier in die 1. Kompanie vom 1. Rheinisches Pionier-Bataillon Nr. 8 versetzt. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges blieb er vorerst in seinem Bataillon. Ab Ende März 1919 wurde er in seinem Bataillon als Gerichts- und Druckvorschriften-Offizier verwendet. Noch im Jahr 1919 wurde er dann in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dabei wurde er in das Reichswehr-Pionier-Bataillon 7 versetzt. Am 30. Januar 1920 wurde er noch vor der Bildung des 200.000 Mann Heeres der Reichswehr aus dem Heer verabschiedet. Dabei wurden ihm die Charakter als Oberleutnant verliehen.
Er trat dafür bei der preußischen Sicherheitspolizei in den Polizeidienst ein. Bei der Polizei brachte er es dann bis 1926 zum Hauptmann der Polizei. Ab 1926 bis 1930 wurde er dann als Lehrer an der Polizeischule für Leibesübungen in Spandau eingesetzt. Ende März 1933 hat er geheiratet. Im Jahr 1934 starb sein Vater, der ein begeisterter Schachspieler gewesen ist. Im Zuge der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Dezember 1934 als Hauptmann in das Heer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Dezember 1932 festgelegt. Dabei wurde er zuerst beim Stab vom Pionier-Bataillon Königsberg in Königsberg eingesetzt. Am 1. Mai 1935 wurde er zum Chef der 1. Kompanie vom Pionier-Bataillon Königsberg ebenfalls in Königsberg ernannt. Bereits im Jahr 1935 hat er den 1. Oktober 1932 als neues Rangdienstalter als Hauptmann zugewiesen bekommen. Bei der Enttarnung der Verbände wurde er dadurch am 15. Oktober 1935 zum Kompaniechef im Pionier-Bataillon 1. Dort wurde er am 1. August 1936 zum Major befördert. Am 31. März 1937 heiratete er die neun Jahre jüngere Ella Leonore Müller, Tochter vom Landgerichtsdirektor D. Eberhard Müller..Am 1. Mai 1937 wurde er dann als Nachfolger von Major Dr. Ing. Werner Kennes zum Kommandeur vom Pionier-Bataillon 23 in Berlin-Spandau ernannt. Am 10. Mai 1938 wurde seine Tochter Gisela Obenaus geboren. Sein Kommando behielt er dann auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939. Mit seinem Pionier-Bataillon 23 wurde er dann bei Beginn des Krieges im Verband der 23. Infanterie-Division beim Polenfeldzug eingesetzt. Am 7. Oktober 1939 wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 2. Klasse verliehen.Am 1. Dezember 1939 wurde er zum Oberstelutnant befördert. Auch beim Westfeldzug im Frühjahr 1940 führte er sein Bataillon wieder im Divisionsverband. Bereits am 22. Mai 1940 wurde ihm die Spange zum Eisernen Kreuz 1. Klasse verliehen. Anfang Oktober 1940 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür jetzt zum Kommandeur vom neuen Pionier-Bataillon 123 ernannt. Mit diesem wurde er jetzt im Verband der ebenfalls neuen 123. Infanterie-Division eingesetzt. Im Frühjahr 1941 gab er sein Kommando ab. Er wurde dafür Anfang Mai 1941 zum Lehrgruppen-Kommandeur bei der Pionierschule II in Dessau-Rosslau ernannt. Er übernahm dort die Offiziersanwärter-Lehrgänge. Am 17. Dezember 1941 wurde er mit Wirkung vom 1. Juni 1941 zum Oberst befördert. Ab Januar 1942 gehörte er durch die Umbenennung der Schule in gleicher Position zur Pionierschule I. Am 18. März 1942 erhielt er folgende Beurteilung von Generalmajor Gerhard Medem, Kdr Pionierschule Dessau-Rosslau: "Klar, energisch, schwungvoll. Als Bataillonskommandeur vor dem Feind in Polen und Frankreich bewährt. Empfählung: Armee-Pionierführer." Dazu ergänzte Generalmajor Johannes Frießner, Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens (In 1): "Hat sich als Kommandeur der Offiziers-Anwärter-Lehrgänge sehr bewährt." Auch General der Infanterie Friedrich Olbricht, Chef vom Allgemeinen Heeresamtes (AHA) beim OKH ergänzte dazu: "Einverstanden." Am 1. Januar 1943 gab er sein Kommando über die Lehrgruppe wieder ab und wurde in die Führerreserve OKH versetzt. Er wurde aber weiter zur Pionierschule I kommandiert. Seine Privatanschrift war zu dieser Zeit die Domäne Breslack bei Guben mit der Telefonnummer Neuzelle 64. Er wurde dann am 28. Januar 1943 zum Kommandeur vom Pionier-Regiment 667 ernannt. Zu seiner vorherigen Tätigkeit erhielt er am 18. Februar 1943 folgende Beurteilung von Generalmajor Gerhard Medem, Kdr Pionierschule Dessau-Rosslau: "Gediegene, wertvolle Persönlichkeit, zurückhaltend. Vor dem Feind erneut voll bewährt. War idealer Kommandeur der Offiziers-Anwärter-Lehrgänge. Empfählung: Armee-Pionierführer." Am 15. März 1943 wurde er dann zum Armee-Pionierführer der 3. Panzerarmee ernannt. In dieser Funktion wurde er jetzt im Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzt. Am 17. September 1943 erhielt er folgende Beurteilung von Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, OB der 3. Panzerarmee: "Fachkundig, umsichtig, äusserst pflichteifrig in seiner Arbeit, überlegt und tatkräftig in Ansätzen, Überwachen und Durchführen der von ihm geschickt geleiteten Pionierarbeiten." Vom 20. November 1943 bis zum 3. Dezember 1943 führte er stellvertretend das Grenadier-Regiment 689. Vom 4. Dezember 1943 bis zum 18. Dezember 1943 führte er stellvertretend das Grenadier-Regiment 404. Bereits am 10. Dezember 1943 sollte er sein Kommando als Armee-Pionierführer der 3. Panzerarmee abgeben und erneut in die Führerreserve OKH versetzt werden. Er wurde dabei erneut dem Wehrkreis III zugeteilt. Zu seiner vorherigen Tätigkeit erhielt er am 20. Dezember 1943 folgende Beurteilung von Generalmajor Wilhelm Falley, Kdr. der 246. Infanterie-Division: "Hat vom 20.11.43 - 3.12.43 das Grenadier-Regiment 689 und vom 4.12.43 - 18.12.43 das Grenadier-Regiment 404 stellvertretend geführt. Bei Übernahme des Regiments hat sich Oberst Obenaus stets sehr schnell in die neuen Führungsverhältnisse hineingefunden. Er hat es in überraschend kurzer Zeit verstanden, seinen Willen und seine praktischen Erfahrungen auf dem Gebiet des Stellungsbaues und Stellungsdienstes auf die ihm unterstellte Truppe zu übertragen. Seine ruhige vornehme Art und sein klarer Wille haben ihren Eindruck auf die von ihm geführten Regimenter nicht verfehlt." Dazu ergänzte am 24. Dezember 1943 General der Infanterie Hans Jordan, KG vom VI. Armeekorps: "Hat sich sehr fleissig und umsichtig in die Tätigkeit als Kommandeur eines Grenadier-Regiments eingearbeitet. Infolge ruhigen Stellungskriegen konnten taktisches Können und Krisenfestigkeit nicht geprüft werden." Am 4. Januar 1944 erhielt er folgende Beurteilung von Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, OB der 3. Panzerarmee: "Als Armee-Pionierführer unter sehr schweren Kampfbedingungen sehr gut bewährt, ebenso bewährt auch als Führer eines Grenadier-Regiments. Empfehlung: Kdr. einer Infanteriedivision." Dazu ergänzte am 14. Januar 1944 Generalmajor Otto Lüdecke, General der Pioniere bei der Heeresgruppe Mitte: "Als Armeepionierführer sehr gut bewährt." Am gleichen Tag ergänzte Generalfeldmarschall Ernst Busch, OB der Heeresgruppe Mitte: "Einverstanden." Vom 3. Februar 1944 bis zum 1. März 1944 wurde er zum 9. Divisionsführerlehrgang nach Hirschberg kommandiert. Am 5. Februar 1944 wurde in seinem ärztlichen Befund bei diesem Lehrgang folgendes eingetragen: "Voll einsatzfähig, kriegsdienstverwendungsfähig." Am 1. März 1944 erhielt er folgende Beurteilung von General der Infanterie Kurt Brennecke, Leiter vom 9. Divisionsführerlehrgang: "Klar im taktischen Urteil. Wird nach kurzer Zeit der Eingewöhnung ein brauchbarer Divisionskommandeur werden. Geeignet zum Divisionskommandeur." Vom 2. März 1944 bis zum 8. März 1944 wurde er zum Kurzlehrgang für Offiziere der Panzertruppe auf den Truppenübungsplatz Bergen kommandiert. Ab dem 9. März 1944 wurde er zum 12. Regimentsführerlehrgang kommandiert. Ab dem 2. Mai 1944 wurde er zum Stab der Heeresgruppe Südukraine zur Verwendung als Divisionsführer kommandiert. Ob und welche Division er dort eventuell geführt hat, ließ sich bisher nicht ermitteln. Am 8. Juli 1944 wurde diese Kommandierung aufgehoben und er wurde erneut in die Führerreserve OKH versetzt und dabei erneut dem Wehrkreis III zugeteilt. Im Juli 1944 wurde er dann mit der Führung der 545. Grenadier-Division beauftragt. Diese führte er jetzt im Südabschnitt der Ostfront. Am 1. Oktober 1944 wurde er dann zum Generalmajor befördert. Damit wurde er dann auch zum Kommandeur der 545. Grenadier-Division ernannt. Am 9. Oktober 1944 wurde er dann durch die Umbenennung seiner Division zum Kommandeur der 545. Volks-Grenadier-Division ernannt. Mitte Januar 1945 verschwand er bei den Kämpfen seiner Division im Raum Jaslo, südsüdöstlich von Kielce und östlich von Krakau. Laut Fernschrieben befand er sich gemeinsam mit seinem Divisionsadjutant (IIa), Major Kern, auf einer Erkundungsfahrt bei Osobnica, dreieinhalb Kilometer südwestlich von Jaslo. Plötzlich wären in 30 Meter Entfernung 2 Kompanien der Roten Armee aufgetaucht und hätten das Feuer eröffnet. Er selbst und der Adjutant mussten das Fahrzeug verlassen und liefen zurück. Nach 30 Metern bemerkte der Adjutant sein Fehlen konnte aber erst nach 250 Metern eine Fluchtpause einlegen. Weiter vordringender Gegener zwang den Adjutant auch dort zum weiteren Rückzug. Seitdem fehlt jede Nachricht vom Generalmajor Obenaus..
Literatur und Quellen:
BArch, MSG 109/4919 : Krug, Ottomar: Deutsche
Generale 1867-1945
Dienstaltersliste der Offiziere der königlich Preußischen Armee und des XIII.
(königlich Württembergischen) Armeekorps 1917, Mittler und Sohn 1917
Dienstaltersliste der Offiziere der bisherigen Preußischen Armee und des XIII.
(bisherigen Württembergischen) Armeekorps 1919, Mittler und Sohn 1919
Stellenbesetzung des Deutschen Reichsheeres nach dem Stand vom 1. April 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 1. Oktober 1934
Stellenbesetzung Reichsheer 15. Oktober 1935
Stellenbesetzung Wehrmacht 6. Oktober 1936
Stellenbesetzung des Heeres mit Stand vom 12. Oktober 1937
Stellenbesetzung des Heeres 1938
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953
Wolfgang Keilig: Die Generale des Heeres und die Sanitätsoffiziere im
Generalsrang, Podzun-Verlag 1983
NARA T-78 R-891