Poetter, Adolf
| * 6. Oktober 1871, Wesel † 28. Juli 1956, Ahrensburg |
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Adolf Poetter war der dritte Sohn vom späteren Generalsuperintendenten Dr. der Theologie Heinrich Wilhelm Poetter und seiner Ehefrau Charlotte Friederike Auguste, geborene von Bock und Polach. Er trat am 12. März 1890 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum 1. Pommersches Feldartillerie-Regiment Nr. 2. Bei diesem wurde er am 14. Oktober 1890 zum Portepeefähnrich befördert. Nach dem Besuch der Kriegsschule wurde er am 22. August 1891 zum außeretatmäßigen Sekondeleutnant befördert. Als solcher wurde er anfangs als Batterieoffizier bei der 1. Batterie seines Regiments in Stettin eingesetzt. Am 1. Oktober 1894 wurde er als Nachfolger von Sekondeleutnant Kurlbaum zum Adjutant der I. Abteilung vom 1. Pommersches Feldartillerie-Regiment Nr. 2 in Stettin ernannt. Am 1. Oktober 1897 wurde er für sene Generalstabsausbildung zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Sein Nachfolger als Abteilungsadjutant wurde Sekondeleutnant Meerwein. Etatmäßig wurde er jetzt bei der 4. Batterie seines Regiments eingeteilt. Am 1. Januar 1899 wurde er durch die Umbenennung seines Dienstgrades zum Leutnant ernannt. Am 16. November 1899 wurde er zum Oberleutnant befördert. Im Juli 1900 wurde er nach dem Abschluß an der Kriegsakademie vom Juli 1900 bis zum 30. September 1900 zur Dienstleistung zum 4. Garde-Regiment zu Fuß kommandiert. Nach seiner Rückkehr wurde er als Batterieoffizier bei der 3. Batterie vom 1. Pommersches Feldartillerie-Regiment Nr. 2 in Stettin eingesetzt. Am 27. Januar 1902 wurde er als Adjutant zur 6. Feldartillerie-Brigade nach Brandenburg an der Havel kommandiert. Dorthin wurde er im Jahr 1903 auch versetzt. Am 15. September 1904 wurde er zum Hauptmann, vorläufig ohne Patent, befördert. Am 27. Januar 1905 wurde er unter Verleihung eines Dienstalters vom 15. September 1905 mit dem 3. Februar 1905 als Nachfolger von Hauptmann Wunsch zum Chef der 5. Batterie vom 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35 in Deutsch-Eylau ernannt. Sein Nachfolger als Brigadeadjutant wurde Hauptmann Rochlitz. Am 27. Januar 1906 hat er sein Patent als Hauptmann erhalten. Am 21. Oktober 1907 hat er die fast dreizehn Jahre jüngere Ilse Hilgendorff, Tochter des Rittergutsbesitzers aus Platzig Robert Hilgendorff, in Sampohl, Kreis Schlochau, geheiratet. Im Sommer 1908 wurde er zum Besuch des I. (81.) Lehrgangs zur Feldartillerie-Schießschule kommandiert. Im Sommer 1909 wurde er als Nachfolger von Hauptmann von Bentivegni als Chef der 5. Batterie vom Vorpommersches Feldartillerie-Regiment Nr. 38 nach Stettin versetzt. Sein Nachfolger als Chef der 5. Batterie in Deutsch-Eylau wurde Hauptmann Uffelmann. Am 25. April 1911 wurde seine Tochter Gisela Poetter geboren. Am 13. September 1912 wurde er mit Wirkung vom 1. Oktober 1912 als Nachfolger von Major Collmann zum Adjutant vom Generalkommandos des XVI. Armeekorps in Metz ernannt. Am 1. Januar 1913 wurde sein Sohn Joachim Robert Heinrich Poetter in Moetigey bei Metz geboren. Am 27. Januar 1914 wurde er zum Major befördert. Kurz vor der Mobilmachung für den 1. Weltkrieg wurde er im Sommer 1914 noch immer als Adjutant beim Generalkommandos des XVI. Armeekorps eingesetzt. Im bald darauf beginnenden 1. Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Vom 1. Juni 1916 bis zum 3. Juli 1917 führte er das 3. Lothringischen Feldartillerie-Regiment Nr. 69. Am 31. August 1916 wurde er dann zum Kommandeur vom 4. Lothringisches Feldartillerie-Regiment Nr. 70 ernannt. Im März 1918 gab er dieses Kommando wieder ab. Am 17. März 1918 wurde er dem AOK 3 zur Verfügung gestellt. Sein Vater starb am 14. Juli 1918 im Alter von 88 Jahren in seiner Wohnung in der Ziethenstraße 5 in Berlin-Lichertfelde. Ihm wurden neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern und beiden Eisernen Kreuzen auch andere Auszeichnungen verliehen. Nach dem Ende des Krieges wurde er im Jahr 1919 in das vorläufige Reichsheer übernommen. Dort wurde er bei der Bildung des Übergangsheeres als Abteilungskommandeur zum Reichswehr-Artillerie-Regiment 16 der Reichswehr-Brigade 16. Bereits kurze Zeit später wurde er durch Major Reinhardt abgelöst und dafür zum Stab vom Wehrkreiskommando VI versetzt. Auch bei der Bildung vom 200.000 Mann-Übergangsheer der Reichswehr als Adjutant beim Wehrkreiskommando VI ernannt. Am 16. Juni 1920 wurde er zum Oberstleutnant befördert. Dadurch wurde er dann bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr am 1. Oktober 1920 zum Adjutant der 6. Division der Reichswehr in Münster ernannt. Mit dem Rangdienstalter vom 16. Juni 1920 wurde er im Sommer 1920 zum Oberstleutnant befördert. Im Herbst 1921 wurde er dann als Referent im Stab der 6. Division der Reichswehr in Münster eingesetzt. 1922 wurde er dann zum Oberst befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juli 1921 festgelegt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 wurde er dann als Kommandant vom Artillerieschießplatz Jüterbog eingesetzt. Am 31. Januar 1926 gab er dieses Kommando dann ab. Er wurde dafür am 1. Februar 1926 als Nachfolger von Generalmajor Georg Schwager zum Artillerieführer I in Königsberg ernannt. Als solcher wurde er am 1. Mai 1926 zum Generalmajor befördert. Am 31. Januar 1928 gab er sein Kommando als Artillerieführer I ab. Er wurde an diesem Tag aus dem aktiven Dienst der Reichswehr verabschiedet. An diesem Tag wurden ihm auch die Charakter als Generalleutnant verliehen.
Seine Mutter starb am 3. März 1932 im Alter von 86 Jahren in Stettin. Sein Sohn heiratete am 4. September 1938 die zwei Jahre jüngere Anita Else Auguste Blunck in Eilsdorf in Holstein. Seine Tochter heiratete am 7. Dezember 1938 den zwei Jahre älteren Viktor Lipinski. Im 2. Weltkrieg trat er dann selbst wieder zur Verfügung der Wehrmacht. Er wohnte privat in der Roonallee in Ahrendsburg in Hollstein. Am 7. Mai 1940 wurde er zum Kommandeur der Division z.b.V. 410 in Hamburg ernannt. Damit unterstanden ihm die Landesschützeneinheiten im Wehrkreis X. 1940 wurde sein Sohn zum Major befördert. Am 1. Februar 1941 wurde er zum Generalleutnant z.V. befördert. Am 4. September 1941 starb seine Ehefrau im Krankenhaus Bethanien in der Alleestraße 7 in Stettin. Als Todesursache wurde Doppelseitig vereiterte Steinniere und Harnvergiftung angegeben. Am 10. Dezember 1942 gab er sein Kommando über die Division z.b.V. 410 ab. Er wurde daraufhin in die Führerreserve OKH versetzt. Er bekam danach keine neue Verwendung mehr. Am 28. Februar 1943 wurde er endgültig aus der Wehrmacht verabschiedet.
Er selbst hatte aus der am 15. September 1864 geschlossenen Ehe seiner Eltern insgesamt noch 14 Geschwister:
Seine älteste Schwester war die 1865 in Heeren bei Hamm geborene Charlotte
Poetter. Diese starb im Jahr 1869 im Alter von 4 Jahren und 1 Monaten.
Sein ältester Bruder war der am 23.
Januar 1867 in Heeren bei Hamm geborene Hermann Poetter. Dieser heiratete am 2.
Mai 1905 Sophie Wilhelmine Gertrud Wolff. Er starb am 23. November 1938 als
Oberregierungsrat a.d. im Kreiskrankenhaus von Rinteln.
Sein zweitältester
Bruder war der am 25. September 1868 in Heeren bei Hamm geborene Otto
Poetter.
Seine zweitälteste Schwester war die am 19. Mai 1873 in Wesel geborene
Martha Poetter.
Die nächstälteste Schwester war die am 7. Januar 1875 in Minden
geborene Elisabeth Poetter.
Am 14. August 1876 wurde sein Bruder Ernst Poetter
in Minden geboren. Dieser versuchte sich anfangs ebenfalls als Offizier bei der
Feldartillerie. Beim 1. Pommersches Feldartillerie-Regiment Nr. 2 wurde er nach
dem Besuch der Kriegsschule im Jahr 1897 zum Sekondeleutnant befördert. Sein
Patent wurde dabei auf den 18. August 1896 festgelegt. Anfangs wurde er als
Batterieoffizier bei der 3. Batterie seines Regiments in Stettin eingesetzt. Im
Frühjahr 1898 gehörte er in gleicher Funktion zur 5. Batterie seines Regiments.
1900 wurde er zur 6. Batterie vom 1. Ostpreußisches Feldartillerie-Regiment
"Prinz August von Preußen" Nr. 1 nach Gumbinnen versetzt. Dort wurde er bald
darauf als Nachfolger von Leutnant Krautwald zum Adjutant der II. Abteilung
seines Regiments ernannt. Diese Funktion übte er einige Jahre aus. Am 19. Januar
1904 nahm er seinen Abschied vom inzwischen zum 1. Litthauisches
Feldartillerie-Regiment "Prinz August von Preußen" Nr. 1 umbenannten Regimenten unter Bewilligung der gesetzlichen Pension. Später
war er Vorsteher des Diakonissen- und Krankenhauses Bethanien in Stettin.
Am 27.
April 1878 wurde sein Bruder Fritz Poetter in Minden geboren.
Am 28. Dezember
1879 wurde sein Bruder Carl Poetter ebenfalls in Minden geboren. Dieser starb am
27. Juni 1959 in Einbeck.
Am 11. Juli
1881 wurde seine Schwester Augusta Poetter in Minden geboren.
Am 13. September
1882 wurde sein Bruder Wilhelm Hans Viktor
Hermann Anton Lorenz Poetter ebenfalls in Minden geboren.
Am 24. Juni 1884
wurde sein Bruder Hans Poetter in Minden geboren