Völker, Kaspar Ausgust
| * 20. Dezember 1894, Markt-Bibart † 25. März 1966, Bad Oeynhausen |
Kaspar Völker war der Sohn des Schmiedemeisters Georg Völker und dessen Frau Katharina, geborene Käppner. Am 6. Oktober 1911 trat er als Schiffsjunge in die Kaiserliche Marine ein. Er kam dabei als Matrose zur Schiffs-Stamm-Division in Flensburg-Mürwik. Während des Ersten Weltkrieges diente er mehrere Jahre als Bootsmann und Geschützführer auf dem Groß-Linienschiff SMS "Kaiserin". Sein Vater starb am 15. Jauar 1915. Im Herbst 1918 war seemännische Nr. 1 auf dem U-Boot SM U 125 unter Kapitänleutnant Hans Scabell. Das Boot führte während des Ersten Weltkriegs keine Unternehmung durch und konnte daher kein Schiff versenken oder beschädigen. Bei Kriegsende trug er das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Am 17. Januar 1919 heiratete er Erna Gras. Am 18. November 1919 wurde er aus dem Militärdienst verabschiedet.
Am gleichen Tag trat er als Offiziersanwärter in die Sicherheitspolizei Kiel über. Dem Paar Völker wurde 1920 ein Sohn geboren. Am 20. Dezember 1924 wurde er zum Polizei-Leutnant befördert. Am 1. April 1928 wurde er zum Polizei-Oberleutnant befördert. Zum 1. April 1934 wurde er zum Polizei-Hauptmann befördert. Während der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. August 1935 als Hauptmann in das Heer übernommen. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. Juli 1933 festgelegt. Er kam jetzt zum II. Bataillon vom Infanterie-Regiment Neumünster nach Eutin. Bei der Enttarnung der Einheiten wurde er am 15. Oktober 1935 zum Chef der 11. Kompanie vom Infanterie-Regiment 69 in Harburg ernannt. Zum 1. April 1937 wurde er zum Major befördert. Privat wohnte er jetzt in der Mozartstraße 19 in Harburg, wo er die Telefonnummer 373451 hatte. Am 10. November 1938 wurde er als Lehrer an die Kriegsschule Hannover versetzt. Dort wohnte er privat in der 1. Etage der Kestnerstraße 11. Bei Ausbruch des II. Weltkrieges wurde er Kommandeur des II. Bataillons vom Infanterie-Regiments 159. Mit diesem nahm er im Verband der 69. Infanterie-Division im Frühjahr 1940 am Unternehmen Weserübung, der Besetzung Dänemarks und Norwegens, teil. Am 2. Juli 1940 wurde er zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 236 ernannt. Als solcher wurde er zum 1. August 1940 zum Oberstleutnant befördert. Noch im Jahr 1940 wurde ihm das Eiserne Kreuz 1. Klasse verliehen. Am 1. Dezember 1940 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 236 ernannt. Dieses führte er weiter im Divisionsverband der 69. Infanterie-Division in Norwegen. Am 29. November 1941 wuerde er zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 324 ernannt. Dieses führte er im Verband der 163. Infanterie-Division in Finnland. Am 1. März 1942 gab er sein Kommando ab und wurde dafür in die Führerreserve OKH versetzt. Seinen Dienst regelte jetzt der Wehrkreis XI. Am 8. April 1942 wurde er mit Wirkung vom 1. April 1942 zum Oberst befördert. Ab dem 21. Mai 1942 wurde er beim Stab vom Stellvertretenden Generalkommando XI. Armeekorps in Hannover verwendet. Am 12. Juli 1942 wurde er zum Kommandeur des Unterführer-Lehrgangs im Wehrkreis XI ernannt. Am 20. Februar 1943 wurde er zum Kommandeur vom neuen Grenadier-Regiment 885 ernannt. Dieses wurde bereits nach kurzer Zeit aufgegliedert. Dabei wurde er am 12. März 1943 zum Kommandeur vom Grenadier-Regiment 194 ernannt. Mit diesem wurde er der neuen 71. Infanterie-Division unterstellt. Mit dieser wurde er im Sommer 1943 von Dänemark nach Österreich verlegt. Ab September 1943 führte er sein Regiment in Italien. Am 10. November 1944 wurde er erneut in die Führerreserve OKH versetzt, seinen Dienst regelte ebenfalls wieder der Wehrkreis XI. Vom 21. November 1944 bis zum 20. Dezember 1944 wurde er zum 16. Divisionsführerlehrgang kommandiert. Am 9. Februar 1945 wurde er schließlich noch Kommandeur der 69. Infanterie-Division. Angeblich wurde er zum 1. April 1945 noch zum Generalmajor befördert. Am 9. April 1945 geriet er in Königsberg in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Aus dieser wurde er am 27. April 1950 wieder entlassen.
Literatur und Quellen:
Krug, Ottomar Deutsche Generale 1918-1945, Bundesarchiv Freiburg, Signatur MSG
109/10854 - Vae – Zwe
Wolfgang Keilig: Rangliste des deutschen Heeres 1944/1945, Podzun-Verlag 1955
Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Nach dem Stande vom 1. Mai 1925, Berlin,
Mittler (1925).
Rangliste des Deutschen Reichsheeres 1926, Berlin, Mittler und Sohn 1926.
Podzun, H. H. (Hg.): Das Deutsche Heer 1939. Gliederung, Standorte,
Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher Offiziere am 3. Januar 1939, Bad
Nauheim, Podzun 1953