Sauberzweig, Karl-Gustav
| * 1. September 1899, Wissek, Kreis Wirsitz (Westpreußen) † 20. Oktober 1946, Lager Neuengamme (Selbstmord) |
Karl-Gustav Sauberzweig trat am 28. September 1916 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Dabei kam der Sohn von Kreisarzt Dr. med. Joachim Sauberzweig zum 2. Brandenburgisches Grenadier-Regiment "Prinz Karl von Preußen" Nr. 12. Bei diesem wurde er am 17. Mai 1917 zum Fähnrich befördert. Am 25. August 1917 wurde er zum Leutnant ohne Patent befördert. Bis zum November 1918 diente er im 2. Brandenburgisches Grenadier-Regiment "Prinz Karl von Preußen" Nr. 12 als Zug- bzw. Kompanieführer. Im Ersten Weltkrieg wurde er nicht nur verwundet, was sich in der Verleihung des Verwundetenabzeichens in Schwarz widerspiegelte. Außerdem wurden ihm auch beide Eisernen Kreuze verliehen. Im Mai 1919 wurde er als Leutnant in das Reichsheer übernommen. Sein Patent wurde dann am 1. Juli 1922 auf den 1. Oktober 1917 datiert. Dabei kam er dann als Ordonanzoffizier zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 54. Anfang Februar 1920 kam er dann zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 10. Auch beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 wurde er in diesem verwendet. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr wurde er dann in das 3. (Preuß.) Infanterie-Regiment übernommen. In diesem wurde er dann die ersten Jahre als Zugführer in einer MG-Kompanie eingesetzt. Ab dem 1. Juni 1922 wurde er dann in das 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment versetzt. Bei diesem wurde er dann spätestens ab dem Frühjahr 1924 als Kompanieoffizier in der 8. (MG.) Kompanie in Liegnitz eingesetzt. Am 15. Dezember 1924 hat er Erna Giese geheiratet. 1924/25 wurde er dann in die 3. Kompanie vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Frankfurt an der Oder versetzt. Im Sommer 1925 wurde er dann zum Oberleutnant befördert. Sein Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. April 1925 festgelegt. Am 17. November 1925 wurde sein Sohn Dieter, der spätere Prof. Dr. und Kulturpolitiker, in Frankfurt (Oder) geboren. 1926/27 wurde er dann in die 2. Kompanie vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment ebenfalls in Frankfurt an der Oder versetzt. Ab 1927/28 gehörte er dann für die nächsten Jahre zur 4. (MG.) Kompanie vom 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment ebenfalls in Frankfurt an der Oder. Am 1. Oktober 1930 wurde er dann in den Stab der 3. Division der Reichswehr nach Berlin versetzt. Dort absolvierte er jetzt seine Führergehilfenausbildung. Im März 1932 war er in einen Flugunfall verwickelt, der ihn einige Zeit außer Gefecht setzte. Zum 1. April 1933 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er am 1. Juli 1933 zur Abteilung D bei der Artillerieschule Jüterbog versetzt. Dort wurde er als Taktiklehrer an der geheimen Nachrichtenschule eingesetzt. Bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht wurde er am 1. Oktober 1934 als Lehrer zur Heeres- und Luftwaffen-Nachrichtenschule in Halle/Saale versetzt. Am 1. August 1935 wurde er dann als Kompaniechef zur Nachrichten-Abteilung Potsdam A versetzt. Bei der Enttarnung der Verbände kam er dann am 15. Oktober 1935 als Kompaniechef zur Nachrichten-Abteilung 43. Im Herbst 1936 wurde er dann als 2. Generalstabsoffizier (Ib) zum Generalkommando XI. Armeekorps nach Hannover versetzt. Damit war er dann als Quartiermeister für Nachschub und Versorgung verantwortlich. Dort wurde er am 1. Oktober 1936 zum Major befördert. Auch bei seiner Beförderung zum Oberstleutnant am 1. März 1938 wurde er noch beim XI. Armeekorps eingesetzt. Nach dem Anschluss von Österreich wurde er dann am 1. April 1938 als Ib zum Generalkommando XVII. Armeekorps nach Wien versetzt. In dieser Funktion wurde er dann auch bei Beginn des 2. Weltkrieges im Spätsommer 1939 im Polenfeldzug eingesetzt. Ende September 1939 wurde er abgelöst und dafür in die Ausbildungsabteilung vom Generalstab des Heeres versetzt. Mitte Dezember 1939 kehrte er dann zum Generalkommando XI. Armeekorps zurück. Im Frühjahr 1940 wurde er dann zum 1. Generalstabsoffizier (Ia) vom XI. Armeekorps ernannt. In dieser Funktion nahm er dann im Frühjahr 1940 am Westfeldzug teil. Am 1. Juni 1940 wurde er südöstlich von Dünkirchen verwundet. Er blieb dann bis kurz dem Ostfeldzug zum Ende Mai 1941 als Ia beim XI. Armeekorps. Am 1. Juni 1941 wurde er dann zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 466 ernannt. Zum Sommerbeginn 1941 führte er das Regiment im Ostfeldzug im Verband der 257. Infanterie-Division beim Angriff auf Südrussland. Am 18. August 1941 musste er wegen einer Verwundung sein Kommando abgeben und kam ins Lazarett. Er bekam dabei Sandkörner und Gesteinssplitter in die Augen. Nach seiner Genesung wurde er Anfang Oktober 1941 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 306 ernannt. Dieses wurde zu jener Zeit im Verband der 211. Infanterie-Division als Besatzungstruppe in der Bretagne eingesetzt. Mitte Januar 1942 gab er sein Kommando ab und wurde in die Führerreserve versetzt. In dieser wurde er dann bei der Heeresgruppe Nord als Führer von Ausbildungsstäben eingesetzt. Zum 1. Februar 1942 wurde er zum Oberst befördert. Am 1. Mai 1942 wurde er zum Kommandeur vom Infanterie-Ersatz-Regiment 131 in Brünn ernannt. Ende Oktober 1942 gab er sein Kommando ab und wurde dafür zum Oberkommando des Heeres versetzt. Dort wurde er ab dem 1. November 1942 als Chef des Stabes in der Inspektion des Erziehungs- und Ausbildungswesens eingesetzt. Am 1. August 1943 wurde er dann unter der gleichzeitigen Ernennung zum SS-Oberführer in die Waffen-SS überführt. Wenige Tage später wurde er am 9. August 1943 als Nachfolger von Oberführer Herbert von Obwurzer mit der Führung der Kroatische-SS-Freiwilligen-Division in Südfrankreich beauftragt. Zum Herbstbeginn 1943 verlegte er mit seiner Division nach Schlesien auf den Truppenübungsplatz Neuhammer am Queis. Am 1. Oktober 1943 wurde er dann dort zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert. Damit wurde er dann auch der Kommandeur der Kroatische-SS-Freiwilligen-Division. Ab dem 22. Oktober 1943 war er dann nach der Umbenennung seiner Division der Kommandeur der 13.SS-Freiwilligen- bosnisch-herzegowinische Gebirgs-Division (Kroatien). Ab Januar 1944 befand sich seine Division auf dem Balkan im Einsatz. Ende Mai 1944 gab er sein Kommando an Oberführer Desiderius Hampel ab. Er selbst wurde dafür ab dem 21. Juni 1944 unter gleichzeitiger Beförderung zum SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS zum Kommandierenden General vom neuen IX. Waffen-Gebirgs-Armeekorps der SS in Kroatien ernannt. Er führte dieses dann zuerst auf dem Balkan. Ende 1944 wurde er bei der Verlegung seines Korps nach Ungarn durch SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei Karl Pfeffer-Wildenbruch abgelöst. Er wurde jetzt in die Führerreserve vom SS-FHA versetzt. Im Januar 1945 wurde er dann als Generalleutnant wieder in das Heer versetzt. Ab März 1945 wurde er als General z.b.V. bei der Heeresgruppe H eingesetzt. Ende April 1945 bis Mai 1945 wurde er dann mit der Führung vom Korps Sauberzweig beauftragt. Dieses wurde auch als Armeekorps z.b.V. bezeichnet. Bei der Kapitulation geriet er dann in westalliierte Gefangenschaft. Zuerst wurde er in Preetz in Schleswig-Holstein gefangen gehalten. In der Gefangenschaft beging er am 20. Oktober 1946 Selbstmord mit Zyanid im Lager Neuengamme, dem vormaligen Konzentrationslager. Er sollte an Jugoslawien ausgeliefert werden.