Waldherr, Wolfgang

 

* 21. Mai 1883, Laibach (heute Ljubljana, Slowenien)

† 15. Oktober 1962, Linz

 

 

Wolfgang Waldherr trat nach dem Abschluss der Militäroberrealschule in Mährisch Weißkirchen im Jahr 1900 in die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt ein. Aus dieser wurde der Sohn vom Leiter der Privat-Lehre-Erziehungsanstalt Dr. phil. Josef Waldherr am 18. August 1903 als Leutnant zum k.k. Landwehr Ulanen Regiment Nr. 4 in Olmütz ausgemustert. Seine Mutter Anna Hebestreit hat 1901 den damaligen Major im Generalstab und späteren General der Infanterie Viktor Weber Edler von Webenau geheiratet, der damit sein Stiefvater wurde. 1908 wurde er zum Oberleutnant befördert. Es folgte die Aufnahme in die Kriegsschule in Wien. Diese schloss er 1910 mit sehr gutem Erfolg ab. Nach mehreren Truppenverwendungen bei der Kavallerie und der Infanterie wurde Waldherr mit Wirkung vom 1. Mai 1913 zum Hauptmann des Generalstabes befördert und als Stabsoffizier dem III. Korpskommando der k.u.k. Armee in Graz zugeteilt. In dieser Funktion zog er auch in den 1. Weltkrieg. Nach verschiedenen Verwendungen als Generalstabsoffizier, zuerst an der Russlandfront, ab 1915 ausschließlich an der Isonzofront, wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen dekoriert. Ende 1917 wurde er zum Oberstleutnant fördert. Ab dem Frühjahr 1918 wurde er dem Stab der 3. k.u.k. Infanterie-Truppendivision „Edelweiß-Division“, unter Feldmarschallleutnant Heinrich Wieden Edler von Alpenbach, eingesetzt. Von September 1918 wurde er dann auch offiziell zum Stabschef der 3. k.u.k. Infanterie-Truppendivision „Edelweiß-Division“ ernannt. In den letzten Kriegstagen geriet er 1918 in italienische Kriegsgefangenschaft. Insgesamt drei Mal verwundet lag Waldherr bei seiner Gefangennahme mit einer Lungenentzündung im Lazarett. Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft wurde er zuerst in die Volkswehr eingesetzt. Später wurde er in das österreichische Bundesheer übernommen. 1921 erfolgte die Beförderung zum Oberstleutnant. Als solcher wurde er zum Stabschef der 4. Brigade Oberösterreich unter Feldmarschallleutnant Karl Glöckner in Linz ernannt. In Linz wurde er 1924 auch noch zum Oberst befördert, wobei er dabei bereits die Position des Stellvertreters des Brigadiers innehatte. 1929 wurde er zum Leiter der Heeresverwaltungsstelle Linz ernannt. Am 1. Mai 1931 übernahm er schließlich als Nachfolger von Feldmarschallleutnant Oskar von Englisch-Popparich das Kommando über die 4. Brigade Oberösterreich. Kurze Zeit später wurde er zum Generalmajor befördert. In dieser Position blieb er bis zu seiner Pensionierung am 31. Juli 1933. Sein Nachfolger war der damalige Oberst Wilhelm Zehner, später Staatsekretär für Landesverteidigung der Schuschnigg-Regierung und größter Gegner der Nationalsozialisten, der 1938 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Nach seiner Pensionierung widmete sich Waldherr seiner großen Leidenschaft, der Jagd in den oberösterreichischen Wäldern. Beim Anschluss Österreichs war er bereits pensioniert und daher kein Thema für die Wehrmacht. Am 1. März 1939 wurde er dann vom Wehrkreis XVII aber für das Landesschützen-Regiment 3/XVII als Kommandeur vorgesehen. Seine damalige Adresse war in Linz die Promenade 25. In dem Schreiben sind die ehemaligen Generalmajor Feichtmeier, Pichler und Waldherr für den 1. April 1939 zur Freigabe der zur Verfügung-Stellung in Berlin angefragt und ihre geplant. Die ersten beiden wurden offiziell am 1. April 1940 z.V. gestellt, daher ist es wahrscheinlich, dass dies auch bei ihm passiert ist. Damit wäre er bei der Mobilmachung zum Kommandeur vom Landesschützen-Regiment 3/XVII in Linz ernannt wurden. Weitere Angaben sind bisher nicht aufzufinden gewesen. Nach dem 2. Weltkrieg bekleidete er die Position des Landesjägermeister-Stellvertreters von Oberösterreich. Am 15. Oktober 1962 starb er nach langer Krankheit und ist neben seiner 12. Jahre jüngeren Ehefrau Friederike (Frizzi), geb. Ptacnik und seiner Mutter Anna auf dem Stadtfriedhof in Linz begraben.